Credential Stuffing – warum deine Passwörter nie sicher genug sind"

28 Aug 2025 Lesezeit: 4 Minuten

Was ist Credential Stuffing?

Credential Stuffing bezeichnet eine Angriffsmethode, bei der gestohlene Benutzername-Passwort-Kombinationen aus Datenlecks automatisiert getestet werden, um Zugang zu fremden Accounts zu erlangen. Das perfide daran: Millionen Nutzer verwenden dieselben Zugangsdaten für verschiedene Dienste. Damit reicht ein einziges kompromittiertes Passwort, um gleich mehrere Konten zu gefährden.

Im Gegensatz zum klassischen Brute-Force-Angriff, bei dem alle möglichen Kombinationen durchprobiert werden, nutzen Angreifer beim Credential Stuffing bereits bekannte Zugangsdaten – was die Erfolgschancen dramatisch erhöht.


Datenlecks als Quelle für Angriffe

Credential Stuffing ist nur möglich, weil Datenleaks und Datenbanken mit kompromittierten Passwörtern immer wieder im Umlauf sind.

Einige wichtige Fakten und Quellen:

  • Auf sizeof.cat finden sich Analysen zu großen Datenlecks und deren Verbreitung.
  • Das GitHub-Projekt WhatBreach bietet Werkzeuge, um Datenlecks gezielt zu durchsuchen.
  • Kaggle stellt umfassende Listen von dokumentierten Sicherheitsvorfällen bereit – oft inklusive Millionen gestohlener Datensätze.
  • Die Plattform Have I Been Pwned ist eine der wichtigsten Ressourcen, um selbst zu prüfen, ob eigene Passwörter bereits kompromittiert sind.

Der Umfang dieser Leaks ist erschreckend: Milliarden von Klartext- oder gehashten Passwörtern zirkulieren in Untergrundforen und sind mit minimalem Aufwand zugänglich.


Wie Credential Stuffing funktioniert

Der Ablauf ist in der Regel automatisiert:

  1. Angreifer sammeln Daten aus bekannten Leaks.
  2. Mit Tools und Bots werden diese Zugangsdaten auf anderen Plattformen ausprobiert.
  3. Dank der Wiederverwendung von Passwörtern reichen oft schon wenige Versuche, um erfolgreich zu sein.
  4. Sobald ein Zugang funktioniert, können Angreifer das Konto für Identitätsdiebstahl, Finanzbetrug oder weitere Angriffe missbrauchen.

Dabei nutzen Angreifer oft auch Rotating-Proxys und Captchasolver, um Sperrungen und Erkennungen zu umgehen.


Warum das so gefährlich ist

  • Wiederverwendung von Passwörtern: Viele Nutzer verwenden dasselbe Passwort für E-Mail, Social Media und Online-Shops.
  • Sichtbarkeit von Leaks: Datenbanken mit kompromittierten Zugangsdaten sind öffentlich oder halb-öffentlich zugänglich.
  • Automatisierung: Angriffe lassen sich mit einfachen Skripten und frei verfügbaren Tools durchführen.

Das Risiko liegt nicht im einzelnen Leak, sondern in der Kombination und Weiterverwendung der Daten.


Schutzmaßnahmen gegen Credential Stuffing

Es gibt wirksame Wege, um sich zu schützen:

  • Einzigartige Passwörter nutzen – niemals dasselbe Passwort für verschiedene Dienste.
  • Passwort-Manager einsetzen – erleichtert die Verwaltung komplexer, individueller Kennwörter.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren – selbst gestohlene Passwörter sind dann nutzlos.
  • Eigene Daten regelmäßig prüfen – etwa mit Have I Been Pwned.
  • Security-Monitoring für Unternehmen – Dienste wie WhatBreach können helfen, Leaks frühzeitig zu erkennen.

OpenSource ZTNA - again

26 Aug 2025 Lesezeit: 4 Minuten

Die Zeiten klassischer VPNs mit einem einzigen "Tunnel ins Unternehmensnetz" sind vorbei. In einer Welt von Remote Work, Cloud-Services und hybriden Infrastrukturen gewinnt das Konzept von Zero Trust Networking immer mehr Bedeutung. Das Prinzip ist einfach: Nichts und niemandem wird per se vertraut – jede Verbindung wird authentifiziert, autorisiert und überwacht.

Die spannende Nachricht: Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe an Open-Source- und modernen Projekten, die genau das ermöglichen. Hier eine Übersicht der Tools, die besonders hervorstechen:


🔑 Die spannendsten Lösungen

NetBird

Ein Open-Source-Projekt, das WireGuard nutzt, um ein globales Overlay-Netzwerk zu schaffen. Ideal für Teams, die sichere Peer-to-Peer-Verbindungen mit minimalem Setup wollen. Besonders charmant: Cloud-native Integration und einfache Skalierung.

Teleport

Teleport fokussiert sich auf sicheren Zugriff auf Infrastruktur: SSH, Kubernetes, Datenbanken oder interne Web-Apps. Zero Trust wird hier praktisch umgesetzt, indem Identität, Auditierung und Just-in-Time-Zugriffe im Mittelpunkt stehen.

Twingate

Eine moderne SaaS-Lösung, die Zero Trust Networking extrem benutzerfreundlich gestaltet. Besonders attraktiv für Unternehmen, die ihre Remote-Access-Architektur ohne klassischen VPN schnell modernisieren wollen.

Zero Pritunl

Vom bekannten Pritunl-Team kommt eine Zero-Trust-Erweiterung. Basierend auf soliden VPN-Technologien, aber erweitert um Policy-basierten Zugriff und Cloud-Integration. Eine Brücke zwischen klassischem VPN und Zero Trust.

FerrumGate

Eine elegante Plattform für Zero Trust Access, die neben VPN auch MFA, RBAC und Application-Aware Policies integriert. Besonders spannend für kleine und mittlere Unternehmen, die Sicherheit mit einfacher Bedienung kombinieren möchten.

OpenZiti

Ein Framework, das sich komplett auf applikationszentriertes Zero Trust konzentriert. Statt Netzwerke zu verbinden, setzt OpenZiti direkt an den Anwendungen an – Verbindungen sind nur möglich, wenn Policies das erlauben. Extrem flexibel und "by design" Zero Trust.

Headscale

Ein Community-Projekt, das als Self-Hosted-Control-Server für Tailscale dient. Perfekt für alle, die die Einfachheit von Tailscale lieben, aber volle Kontrolle und Unabhängigkeit wünschen. Headscale ist dadurch ein echter Geheimtipp.


Warum das begeistert

Diese Tools zeigen, wie lebendig und innovativ das Feld der Netzwerksicherheit geworden ist. Wo früher teure, komplexe Appliances dominierten, gibt es heute Open-Source-Alternativen und flexible Lösungen, die Zero Trust für alle zugänglich machen.

Ob mit NetBird für schnelle Peer-to-Peer-Netzwerke, mit Teleport für präzise Infrastrukturkontrolle oder mit Headscale als selbstbestimmte Tailscale-Alternative – die Auswahl war nie größer.

Zero Trust ist kein Buzzword mehr, sondern eine praktische Realität – und diese Projekte sind die besten Beweise dafür.


Workflow automation - DAS ist der Weg!

25 Aug 2025 Lesezeit: 4 Minuten

Im IT-Alltag gibt es unzählige wiederkehrende Aufgaben, die Zeit rauben und Fehlerquellen mit sich bringen: Daten synchronisieren, Reports generieren, APIs verbinden oder Benachrichtigungen verschicken. Genau hier entfaltet Workflow-Automation ihre Magie. Und das Beste? Es gibt heute eine ganze Reihe großartiger Open-Source-Werkzeuge, die dabei helfen, Abläufe zu automatisieren – ohne komplizierte Eigenentwicklung.


Mein Favorit: n8n.io

Unter all den Lösungen sticht n8n.io heraus. Warum?

  • Flexibilität: Es bietet über 400 Integrationen von Haus aus, von GitHub über Slack bis hin zu Kubernetes.
  • Faircode & Open Source: Frei nutzbar, erweiterbar und mit einer lebendigen Community.
  • Visuelle Workflows: Mit wenigen Klicks lassen sich Datenflüsse modellieren – von einfachen Benachrichtigungen bis zu komplexen Multi-Step-Pipelines.
  • Self-Hosting: Keine Abhängigkeit von externen Plattformen, volle Kontrolle über Daten und Prozesse.

Ob ein Event in GitHub automatisch ein Deployment auslöst oder eingehende E-Mails in strukturierte Tickets verwandelt werden – n8n.io schafft den Spagat zwischen Einfachheit und Professionalität.


Andere spannende Open-Source-Alternativen

Windmill

Ein Tool, das vor allem für interne Automatisierungen glänzt. Mit Fokus auf Entwickler, lassen sich Skripte, Jobs und kleine Anwendungen sehr schnell deployen. Besonders interessant für Teams, die Automatisierung eng mit internen Prozessen verzahnen wollen.

Huginn

Ein Klassiker. Huginn ist wie ein persönlicher "Agent", der im Hintergrund arbeitet. Ob Webseiten überwachen, Benachrichtigungen versenden oder kleine Automatisierungen im Web ausführen – Huginn bietet unfassbare Möglichkeiten, ist aber eher "nerdig" im Setup.

Automatisch

Quasi ein Open-Source-Zapier. Mit Fokus auf Benutzerfreundlichkeit lassen sich einfache Workflows per GUI bauen. Ideal, wenn es nicht um extreme Komplexität geht, sondern schnelle Ergebnisse gefragt sind.

Dify

Ein aufstrebendes Projekt mit Fokus auf KI-getriebene Automatisierungen. Hier geht es weniger um klassische Webhooks, sondern um intelligente Abläufe, die LLMs integrieren. Spannend für Teams, die KI tief in ihre Workflows einbauen möchten.

Abstra

Ein Framework, das Automatisierung mit No-Code-App-Building kombiniert. Wer also nicht nur Workflows automatisieren, sondern gleich auch kleine Apps bereitstellen möchte, findet hier eine flexible Lösung.


Warum das Ganze so begeistert

Die Vielfalt zeigt: Automatisierung ist nicht nur ein Trend, sondern längst eine Notwendigkeit. Ob kleine Teams, die ihre täglichen Abläufe straffen wollen, oder große Unternehmen, die komplexe Integrationen betreiben müssen – Open Source macht es möglich, selbstbestimmt, sicher und kostengünstig Workflows zu gestalten.

Und doch: Mein Herz schlägt für n8n.io. Die Mischung aus Stabilität, Community, Integrationen und Einfachheit macht es zum perfekten Startpunkt, um sofort produktiv zu werden.